2010 28 Juni

Rigo Pehlke sagt nach 35 Jahren dem aktiven Fußball ade, bleibt aber Londa-Trainer

Von Petra Steps
Rothenkirchen. Vor einer begeisterten Kulisse hat Rigo Pehlke am Samstag in Rothenkirchen sein Abschiedsspiel gegeben. Seine Auswahl, die unter dem Namen “Old Stars” auflief, erzielte dabei ein 5:3 gegen die Stammmannschaft des SV Londa Rothenkirchen, bei der Pehlke bisher spielte.Drei Tore gehen allein auf das Konto des 43-Jährigen, der damit alte Torjägerqualitäten bewies. “Manches verlernt man eben nie”, so sein Kommentar. Vielleicht lag es aber auch an der Nummer 10 auf dem Trikot, die seine aktive Spielernummer war und die ihn jetzt zumindest bildlich in sein Dasein als Trainer und Zuschauer begleiten wird.
Von seinem Verein erhielt er einen Bilderrahmen mit einem Trikot, auf dem sich die bisherigen Mitspieler verewigt hatten. Die Blumen waren in den Deutschlandfarben gehalten. Den Strauß schmückten mindestens genau so viele Trillerpfeifen wie Blüten. Für seine Abschiedsvorstellung gab es viel Beifall vom Team und von den Zuschauern.
Rigo Pehlke sieht für sich jetzt die Zeit gekommen, um die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. “Das Alter schlägt den Mann. 35 Jahre aktiver Fußball reichen”, glaubt er. Angefangen hatte alles 1975 in der D-Jugend der damaligen BSG Chemie Rothenkirchen. Hierher kehrte er 2004 zurück und stieg gerade mit dem Verein in die Kreisliga B auf. “Ich war fast 20 Jahre weg aus Rothenkirchen und habe immer gesagt, dass ich dort aufhöre, wo ich angefangen habe. Das hat geklappt”, freut sich der Torjäger, den seine aktive Laufbahn über Rodewisch, Aue, erneut Rodewisch, Auerbach, wieder Rodewisch, Wernesgrün und Reichenbach zurück nach Rothenkirchen führte.
Was die einprägsamsten Erlebnisse waren, vermag Pehlke nicht zu sagen. Da gibt es viel zu viele Erinnerungen. Gern denkt er jedoch an die Aufstiege mit Auerbach und Rodewisch und an die vielen Spieler, mit denen er zusammen auf dem Platz gekämpft hat.
Für sein Abschiedsspiel hatte er alte Kontakte aufleben lassen und viele ehemalige Mitspieler eingeladen. Einige konnten urlaubs- oder krankheitsbedingt nicht kommen, die meisten haben aber sofort zugesagt. Zur Old-Star-Mannschaft gehörten beispielsweise Frank Gaida, der in der Landesliga gekickt hat oder Silvio Lindner und Jörg Körner, die sich ihre Sporen einst in Zwickau verdient haben. “Das solche Spieler wie Frank Gaida hier auflaufen, ist fast schon eine Sensation. Er wird seine letzte Saison in Rothenkirchen spielen”, freut sich der Ausscheidende.
Für seine Mannschaft wünscht sich Rigo Pehlke, dass sie viele Jahre in der jetzt erreichten Spielklasse bleiben möge. “Allerdings betreten wir hier vollkommenes Neuland”, erklärte er. Und wer soll künftig seine Rolle als Torjäger übernehmen? “Wir werden das auf mehrere Schultern verteilen müssen. Ich hoffe, das gelingt”, so Pehlke, der sich künftig auf das Traineramt konzentrieren wird. “Vielleicht werde ich draußen etwas ruhiger”, hofft er mit Blick auf die Trainerbank.

Freie Presse vom 28.06.2010