Finalisten kicken um letzten Göltzschtal-Pott
von Andreas WehnerFußball: FSV Treuen II fordert im Wernesgrüner Kreispokal-Endspiel den SV Grün-Weiß Wernesgrün heraus - Beide Trainer rechnen mit Duell auf Augenhöhe
Falkenstein. Dreimal hat es die erste Garnitur vergebens versucht, jetzt greift die Zweite nach dem Pott: Der FSV Treuen will es im letzten Pokalfinale des Fußball-Kreisverbandes Göltzschtals morgen, 15.30 Uhr im Falkensteiner Stadion endlich wissen. Mit seiner Kreisliga-B-Vertretung fordert er Grün-Weiß Wernesgrün aus dem Oberhaus heraus. Mit Pokalsiegerehren konnte sich auch die Elf aus dem Bierdorf noch nicht schmücken, deren einziger Finaleinzug aus dem Jahre 1999 (0:4 gegen Kottengrün) datiert. Ergo: Nach dem 17. und zugleich letzten Endspiel im Fußballkreis wird ein neuer Name auf der Ehrentafel stehen.
“Wir sind vielleicht aufgrund der Tatsache, eine Klasse höher als unser Kontrahent zu spielen, auf dem Papier der Favorit. Aber auch nur dort. Wer in einem Finale steht, der will gewinnen. Auch unser für seine Spielstärke bekannter Gegner”, sagt der Wernesgrüner Trainer Andreas Adler, dessen Jungs in der Rückrunde der Kreisliga-A-Serie mächtig aufdrehten (nur zwei Niederlagen) und einen guten Gesamteindruck hinterließen. Zweimal hat Andreas Adler als Aktiver mit der TSG Rodewisch die Trophäe zu DDR-Zeiten gewonnen. Nach dem Landesligarückzug des 1. FC war er bis 2009 für die Geschicke der ersten Mannschaft verantwortlich.
Mit großen Erwartungen sieht auch sein Treuener Gegenüber Thomas Mutschke dem Saisonhöhepunkt entgegen. Trotz des verpassten Aufstiegs in die Kreisliga A zieht er ein positives Fazit der abgelaufenen Serie, die jetzt eine Krönung erhalten soll: “Auf der Zielgeraden haben uns in der Meisterschaft einige Male die Nerven gefehlt. Da schwankten wir zwischen Welt- und Kreisklasse, es war eigentlich mehr drin. Jetzt wollen wir natürlich im Pokal noch einmal Gas geben.” Während er seinem ersten Pokalfinale als Trainer entgegenfiebert, weiß ein Teil seiner Jungs bereits, was sie erwartet. So gehörten Daniel Heine, Torsten Eichhorn, Markus Hörning, Robin Löscher und der diesmal gelbgesperrte Martin Schwabe zum Aufgebot des 2008 gegen Reumtengrün verlorenen Finals der Ersten (0:3). Auch sein “Co” Carsten Aderhold mischte schon mit, war 2002 einer der Unglücksraben im verlorenen Elfmeterschießen (3:4) gegen Tannenbergsthal.
Für ein Treuener Duo besitzt das morgige Spiel Abschiedscharakter: Keeper Florian Bergner (Hausbau) und Robin Löscher (Studium). Bei den Wernesgrünern fällt wegen Kniebeschwerden der torgefährliche Peter Stark aus. Auf dem Weg ins Finale fielen beide mit Kuriositäten auf: Treuen blieb in allen fünf Vergleichen ohne Gegentor aus dem Spiel heraus, während Wernesgrün sämtliche Begegnungen auf heimischem Rasen bestritt und dabei jeweils Punktspielrivalen eliminierte.
Geleitet wird das Finale vom Rotschauer Gespann Thomas Wilhelm, Lorenz Richter und Felix Richter. Der Göltzschtalverband rechnet beim offiziell letzten Männerpflichtspiel mit mindestens 350 Fans. (klm)
Der Weg ins Finale
Treuen II: 1. Runde: FC Dorfstadt 2:0 (H), 2. Runde: SG Pfaffengrün 3:0 (A). Achtelfinale: SpVgg Heinsdorfergrund II 3:0 (A), Viertelfinale: SG Rotschau 5:4 n. E. (A). Halbfinale: FSV Ellefeld (A) 2:0. Wernesgrün: 1. Runde: Freilos. 2. Runde: VfB Lengenfeld (H) 3:1. Achtelfinale: SpVgg Neumark (H) 3:0. Viertelfinale: Netzschkau (H) 4:1. Halbfinale: FC Grünbach 3:1 (H).
Freie Presse vom 19.06.2010