2010 12 Juni

Fußball-Kreisliga B: Aufsteiger peilt 63 Punkte an - Trainer sieht mehrere Erfolgsgaranten - Ambitionierte Ziele

Von Marcus Schädlich
Brunn. Eigentlich könnten sich die Fußballer der TSG Brunn heute zurücklehnen und auf den Lorbeeren einer erfolgreichen Saison ausruhen. Die Mannschaft von Trainer Michael Stöhr hat vorzeitig den Sprung in die Kreisliga A geschafft. Doch jetzt ist das Team auf Rekordjagd: Kein Aufsteiger kam in den letzten Jahren über 62 Punkte hinweg, Brunn kann mit einem Sieg im letzten Saisonspiel gegen den FSV Treuen II auf 63 Zähler kommen und damit ein Achtungszeichen in Richtung Konkurrenz senden.Gefeiert wird in Brunn aber so oder so. Zu Saisonbeginn dachte keiner an den souveränen Staffelsieg. “Ich habe damit gerechnet, dass wir ganz gut mitspielen können, einfach da wir vom Potenzial her automatisch zu den Spitzenteams zählten”, schätzte Trainer Michael Stöhr ein. Der Grundstein für den späteren Erfolg legte die TSG definitiv in der Hinrunde. Mit nur einer Niederlage (beim Mitaufsteiger VSC Reichenbach) aus den ersten zehn Spielen katapultierten sich die Elf an die Tabellenspitze.
Einmal auf dem Platz an der Sonne angekommen, ließ Brunn nicht mehr locker. “Als wir in der Winterpause ganz oben standen, wollten wir das Projekt Kreisliga A natürlich durchziehen”, bestätigt Michael Stöhr. Eine in allen Mannschaftsteilen ausgeglichene Truppe war der Erfolgsgarant. Sowohl in der Defensive, wo Kapitän Frank Schimmel für Ordnung sorgt, als auch im Angriff, wo Steve Rüggeberg (14 Tore) und Martin Grünert (12) ein unvergleichliches Torjägerduo bilden, ist Brunn stark besetzt.
Für Michael Stöhr spielten vier Faktoren eine entscheidende Rolle: Der Zusammenhalt innerhalb des Teams steht für den jungen Trainer ganz weit oben. “Jeder einzelne Akteur hat gemerkt, dass er Teil der Mannschaft gebraucht wird.” Aus Egoisten wurde eine eingeschworene Gemeinschaft, die für den Aufstieg kämpfte - mit überwiegend fairen Mitteln. Denn im Vergleich zu den Vorjahren rangiert Brunn in der Fairness-Tabelle ganz weit vorn.
Die beiden weiteren Stärken hängen ganz eng mit dem Trainerdebütanten zusammen: Michael Stöhr erzielte sowohl im taktischen (beste Abwehr der Liga), als auch im konditionellen Bereich große Fortschritte. “Im Gegensatz zu vielen Gegnern konnten wir ab der 70. Minute noch einen Gang zuschalten”, analysierte der Aufstiegscoach. Die Schwächen behält er für sich. “Die werden wir in den kommenden Wochen intern ansprechen.”
Abgesehen vom notwendigen Quäntchen Glück, dass die TSG auf ihrer Seite hatte, zahlte sich auch die mutige Entscheidung aus, auf Michael Stöhr zu bauen. Es war nicht sicher, dass der 25-Jährige den notwendigen Respekt innerhalb der Mannschaft erhält. “Das hat sich aber schnell eingestellt, weil alle Beteiligten merkten, dass ich die Geschichte ernst nehme und nicht aus Spaß meine Trainerausbildung gemacht habe”, so Stöhr, der schon als Jugendtrainer beim VfB Auerbach Erfahrungen sammelte.
Trotz dieser und weiteren Aufgaben im neuen Kreisverband begleitet er seine Aufstiegsmannschaft auch in die Kreisliga A. Die Ziele für die kommende Saison sind ambitioniert. “Mit dem aktuellen Kader können wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.” Mit großen Veränderungen ist laut Stöhr nicht zu rechnen. “Mir sind keine Abgänge bekannt und in Sachen Neuzugänge ist noch nichts spruchreif.”Freie Presse vom 12.06.2010