2010 27 Februar

Fußball-Kreisliga C Göltzschtal: Pfaffengrün, Rothenkirchen und Mylau in der Verfolgerrolle - Drei 2. Mannschaften zieren das Tabellenende

Auerbach.In der Fußball-Kreisliga C im Göltzschtal sind Rotschau und Tannenbergsthal, die beide als Aufstiegsfavoriten gehandelt wurden, bisher ihrer Rolle gerecht geworden.
Der Vorsprung auf die Verfolger kann zur Winterpause als Ruhekissen bezeichnet werden. Nur die Frage, ob es am Ende beide schaffen, wird den Meisterschaftskampf im Frühjahr prägen. Die “Tannen” sind auf Hilfe anderer angewiesen: auf die Göltzschtalvereine in der Bezirksklasse. Nur einer dürfte in den sauren Apfel des Abstieges beißen. Käme im Idealfall keiner zurück, dürfte sogar ein weiterer Verein, der dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Pfaffengrün, Rothenkirchen oder Mylau heißen wird, die Fahrkarte in die “B” buchen. Dass sich Rotschau angesichts seiner bisherigen Dominanz den Tabellenthron noch wegnehmen lassen wird, daran glaubt keiner mehr. Die SG gewann elf ihrer zwölf Punktspiele und teilte sich nur einmal die Zähler. Besser stand zur Winterpause noch keiner da. Einzig der VfB Lengenfeld II brachte es auf dem Weg zu seinem späteren Staffelsieg in der Saison 1999/2000 auf gleiche Ausbeute.
Unter ferner liefen kamen die zweiten Vertretungen ein. Deren baldiger Rückzug durch die neue Spielklassenstruktur im gemeinsamen Vogtland-Fußballkreis zeichnet sich ab. Denn ab 2011/12 werden diese (Ausnahme: Heinsdorfergrund II) nach den bereits erarbeiteten Entwürfen für die neuen Ligen als Vorspielteams ihrer jeweiligen Ersten in den Reserveklassen der Vogtlandliga oder -klasse auflaufen. In der Versenkung sind die beiden einstigen
Göltzschtalgrößen Beerheide (Meister 1995) und Hammerbrücke (Vizemeister und Pokalsieger 1995) verschwunden.
Infolge der äußerst günstigen Aufstiegskonstellationen in den vergangenen Serien ist das Unterhaus auf zwölf Teams zusammengeschrumpft - vier Monate müssen die Spieler deshalb auf den Beginn der Frühjahrsrunde warten. Angesichts des Megawinters dürfte sich das Jammern über die lange Punktspielabstinenz aber in Grenzen halten.
SG Rotschau (1. Platz/34:5 Tore/34 Punkte). Nach sechs mageren Jahren ist der Wiederaufstieg in die Kreisliga B längst beschlossene Sache. Nach zwei Runden erklomm die Elf von Michael Klose den Gipfel und baute ihren Vorsprung aus. Die einzigen Punkte gab sie ausgerechnet in Bergen ab - gegen jenen Kontrahenten, den sie eine Woche zuvor im Pokal zuhause noch mit 5:0 vom Rasen fegte. Im K.-o.-Wettbewerb blieb der Traum vom erstmaligen Einzug ins Halbfinale verwehrt - durch eine “Niete” in der Elfmeterlotterie gegen den FSV Treuen II. Zu Hause spielte Rotschau bereits in einer anderen Liga: sieben Auftritte, sieben Siege bei einem einzigen Gegentreffer. Achtmal blieb die beste Abwehr der Liga unbezwungen.
Grün-Weiß Tannenbergsthal (2./34:8/29). Infolge der im Sommer anstehenden Fusion mit den ebenfalls in der Klasse kickenden Hammerbrückern stellt der Wiederaufstieg ein Muss da. Souverän entledigten sich die “Tannen” ihrer Aufgaben gegen die Teams ab dem oberen Mittelfeld. Gegen die unmittelbare Konkurrenz blieb dagegen ein voller Erfolg verwehrt. In Rotschau (1:2) schlitterte das Team von Robby Langhammer knapp an einer Punkteteilung vorbei. In erster Linie wird Grün-Weiß jetzt darauf bedacht sein, den Fünf-Punkte-Vorsprung zum Dritten, Pfaffengrün, auszubauen.
SG Pfaffengrün (3./27:19/24). Abgeschrieben haben die gegenüber der Vorserie mit bereits drei Punkten mehr aufwartenden Pfaffengrünern ihren dritten Aufstieg in die Mittel-etage (nach 1999 und 2006) noch nicht. Ausgerechnet auf eigenem Geläuf verbuchte die SG ihre beiden einzigen Pleiten - gegen Rotschau (1:5) und Rothenkirchen (0:3). Was wäre sie ohne Falk Spörl? Der schoss 17 aller 27 Pfaffengrüner Treffer.
SV Londa Rothenkirchen (4./
25:14/21). Der Mittelteil der Hinrunde wurde den im Sommer stark aufgerüsteten Rothenkirchenern zum Verhängnis. Dort wechselten sich dreimal in Folge Heimsieg und Auswärtsniederlage ab. Immer dann, wenn der “Kreisliga-C-Dino” nach oben schielte, patzte er. Deshalb bleibt man im Londa-Lager Realist: Mehr als Bronze ist nicht mehr drin.
FSV Mylau (5./13:14/18). Nach verheißungsvollem Start (bis zur 5. Runde ungeschlagen) verlor der FSV an Puste, war in den Schlüsselspielen gegen Tannenbergsthal (0:1) und Pfaffengrün (0:2) nur zweiter Sieger. Ein Aufwärtstrend ist unverkennbar: Die stets im unteren Mittelfeld rangierenden FSVer (beste Platzierung: 8. - 2008/09) stehen vor ihrer besten Saison im Unterhaus. Fünf Punkte mehr als Tore - das schaffte keiner. Kein Wunder, dass in den Begegnungen mit Mylauer Beteiligung die wenigsten Treffer (27) fielen.
TSG Bau Hammerbrücke (6./ 17:21/14). Mit drei Siegen nach fünf Runden war Bau noch einigermaßen im Soll. Fortan brachte die TSG aber nicht mehr viel zustande: fünf Zähler aus sieben Spielen. Daheim blieb bei den letzten drei Auftritten das gegnerische Tor vernagelt. Die erhoffte Schützenhilfe für Nachbar Tannenbergsthal blieb aus: Zweimal zog Hammerbrücke gegen Spitzenreiter Rotschau den Kürzeren.
TSV Trieb (7./13:23/14). Nach schwachem Start konnte sich der TSV steigern. Bis zur 7. Runde hielt Trieb die rote Laterne in der Hand, kletterte bis zur Winterpause aber im dreimaligen Wechsel “zweimal unbesiegt, dann einmal verloren” noch auf Rang 7. Seine beste Platzierung aus dem Vorjahr (7.) kann der “Dino” diesmal durchaus verbessern.
Turbine Bergen II (8./18:25/11). Seine beste Phase verbuchte Turbine zwischen dem 3. und 9. Spieltag, als es nur eine Niederlage gab. Als “gefühlter” Sieger ging der Remiskönig (fünf Unentschieden) im Heimspiel gegen den Tabellenführer Rotschau (2:2) vom Feld. Denn einen Punkt konnte kein anderer der SG abknöpfen. Gegen schlechter platzierte Teams blieb man ungeschlagen.
Traktor Beerheide (9./12:23/11). Das Runde in das Eckige beförderte Traktor nur zehnmal. Zwei Treffer dazu bescherte der Grüne Tisch: Weil Werda II nicht antrat, kam Beerheide in den Genuss dreier Punkte - der erste Saisonsieg war unter Dach und Fach. Platzierungsmäßig (zuletzt 13.) wird sich der Alt-Meister zwar verbessern, mehr aber nicht. Erneut droht Punktabzug wegen Schiedsrichterunterbestand.
Fronberg Schreiersgrün II (10./ 13:21/9). Umrahmt wurde eine Rekordsieglosserie von zehn Spielen von den beiden Dreiern gegen Werda II. Seine beste Saisonvorstellung blieb unbelohnt: 0:1 gegen Rotschau. Das starke Auftreten der 1. Garnitur in der Bezirksklasse färbte in keiner Weise auf die Zweite ab, die genau jenen Punktestand wie zur letzten Winterpause aufweist.
SpVgg Heinsdorfergrund II (11./19:31/9). Im Vorjahr erstmals zweistellig, enttäuschte die SpVgg auch diesmal. Mit acht sieglosen Partien beendete sie das alte Kalenderjahr. Vor allem die Hintermannschaft war nicht sattelfest. Dabei lief es zu Beginn viel versprechend: sieben Punkte nach vier Runden. Danach gab es nur noch zwei Remis.
FC Werda II (12./13:34/6). Personalprobleme sind für den FC nicht neu. Aber dass er gleich zwei Spiele (eine Punkt- und Pokalpartie) platzen ließ, schon. Auf eigenem Platz wurde Werda vom Führungsduo vermöbelt: 0:4 gegen Rotschau, 0:8 gegen Tannenbergsthal. Auswärts kassierte man stets Niederlagen. (klm)