Zweikampf entbrennt um den Aufstieg
von Andreas WehnerFußball-Kreisliga A: Reichenbacher FC II und Irfersgrün eilen der Konkurrenz voraus - Quartett strampelt im Tabellenkeller
Auerbach. Ein Zweikampf wird das 17. Jahr der Fußball-Kreisliga A im Göltzschtal entscheiden. Mit Riesenschritten eilen der Reichenbacher FC und der BSV 53 Irfersgrün der Konkurrenz voraus.
Während Erstgenannter meist im gehobenen Mittelfeld einkam, ist Irfersgrün nach dem Gesetz der Serie eigentlich mit der Meisterschaft dran. Zweimal in Folge schmückten sich die Irfersgrüner mit der Vizemeisterschaft. Wer es bisher zweimal auf Rang 2 schaffte, der setzte sich später auch die Krone auf. Der VfL Reumtengrün (2005), der SV Kottengrün (2002) und Turbine Bergen (2008) haben diese Erfahrung gemacht. Abgetaucht ins Mittelmaß sind ehemalige Titelträger: Wernesgrün, Reumtengrün und Lengenfeld. Grünbach zittert sogar. Dafür strebt mit Rückkehrer Heinsdorfergrund, Netzschkau, Coschütz und Rodewisch ein Quartett ins obere Drittel. Etwas entschärft wurde die Abstiegsregelung. Nur noch einen erwischt es, wenn maximal ein Team aus der Bezirksklasse runter kommt. Im schlimmsten Fall - bei vier Absteigern von oben - müsste sogar ein Quartett in den sauren Apfel beißen. Klarheit werden die Kreisliga-Kellerkinder erst spät bekommen.
Reichenbacher FC II (1./14 Spiele/45:13 Tore/34 Punkte): Der RFC baut auf die Meistererfahrungen seines neuen Trainers. Denn Uli Forner hat den Titel bereits mit Rodewisch II (1997) und Reumtengrün (2005) geholt. Ihrer ärgsten Widersacher entledigte sich die Truppe souverän und wartete mit einigen Schützenfesten (7:0 Eintracht, 6:1 Reumtengrün, 7:1 Heinsdorfergrund, 5:0 Wernesgrün) auf. Die Dominanz endete aber ausgerechnet gegen die Schlusslichter. In Neumark wurde 1:2 verloren, daheim büßte man gegen Dorfstadt (2:2) die einzigen Punkte ein. Der beste Sturm und die beste Abwehr ließen etwas nach. Die Tabellenführung ging flöten, bis der Grüne Tisch ein Weihnachtsgeschenk in Form von zwei Punkten an den Wasserturm schickte. Weil im Duell beim VfB Lengenfeld ein gelbgesperrter Akteur auf der Heimseite mitwirkte, wurde das 2:2 in einen Sieg umgewandelt.
BSV 53 Irfersgrün (2./13/40:19/33): Es war zwar nicht alles Gold, was glänzt, doch die Resultate passten beim BSV. Zwei derbe Heimpleiten (1:4 gegen den RFC, Pokal-Aus gegen Heinsdorf) ließen in der Startphase Ernüchterung aufkommen. Umso erstaunlicher, wie die Elf von Knut Göbel danach fünfmal in Folge auswärts gewann und mit neun Siegen am Stück einen neuen Vereinsrekord aufstellte. Ausgerechnet Angstgegner Reumtengrün (2:4) bescherte dann eine kalte Dusche. Mirko Rosenkranz ist mit 14 Toren bester Knipser der Kreisliga A.
SpVgg Heinsdorfergrund (3./14/21:20/24): Das Saisonziel “Klassenerhalt” konnte schnell nach oben korrigiert werden. Ein Superstart (vier Siege aus den ersten fünf Runden) katapultierte die Schützlinge von Silvia Berg in Gipfelnähe. Auch kleine Rückschritte brachten die SpVgg nicht aus der Bahn. Sie siegte auswärts viermal und punktete vor allem gegen die untere Hälfte (fünf Siege, drei Remis) fleißig.
TSV Nema Netzschkau (4./14/19:19/23): Vor zwölf Monaten schon als Absteiger abgetan, stieg Nema im Frühjahr wie Phönix aus der Asche und rettete sich noch. Seinen Lauf setzte das Team in der neuen Serie fort, grüßte sogar dreimal von Platz 3. Netzschkau profitierte von seiner wiedergewonnenen Heimstärke. Auf eigenem Platz standen nur zwei Niederlagen gegen das Führungsduo zu Buche. Die Netzschkauer erwiesen sich als ausgesprochene Minimalisten. Sie holten weniger Tore (19) als Punkte (23) und fuhren sechs der sieben Siege mit nur einem Treffer Unterschied ein.
SV Coschütz (5./13/22:13/20): Der Spitzenreiter des ersten Spieltages stolperte einige Zeit von einer Verlegenheit in die andere und rutschte bis Platz 10 ab. Ausgerechnet auswärts fand der SV dann zu alter Stärke zurück. Dagegen wechselten sich daheim in schöner Regelmäßigkeit Sieg und Niederlage ab. Der starke Endspurt vor der Winterpause brachte die Schützlinge von Sven Preugschat in Treppchennähe. Besser stand Coschütz zur selben Zeit erst einmal da - 2004/05 (3.).
1. FC Rodewisch (6./13/20:18/ 20). Die Lehren aus einer missratenen Saison 2008/09 (Platz 12 bedeutete die schlechteste Platzierung überhaupt) hat der 1. FC besser als erwartet gezogen. Das neue Trainergespann Ralf Gruhn und Sven Feustel setzte auf die Karte Nachwuchs. Das jüngste Team der Liga (im Schnitt: 23,35 Jahre) griff mit kleinen Schritten wieder an und fand sich schnell in der Spitzengruppe wieder. Allein gegen die Top 5 war kein Blumentopf zu gewinnen. Platz 1 in der Hallenkreismeisterschaft war eine dicke Überraschung. Ohne Zweifel: Dieser Mannschaft gehört die Zukunft.
Grün-Weiß Wernesgrün (7./13/31:31/20): Nach dem Fehlstart (Letzter nach zwei Runden) schien Grün-Weiß das Feld von hinten aufzurollen. In acht Spielen (16 Punkte) kassierte Wernesgrün nur eine Niederlage. Doch nur fünf Punkte aus den letzten fünf Partien ließen das Team ins Mittelmaß abdriften. Ein Eisen hat man aber noch im Feuer: Im Pokalhalbfinale genießt die Adler-Elf Heimvorteil gegen Grünbach.
VfL Reumtengrün (8./14/31:31/19): Besser hätte es für den VfL nicht beginnen können: Nach drei Runden war seine Weste noch blütenweiß. Der Einbruch folgte aber auf dem Fuße. In den nächsten acht Spielen ging Reumtengrün siebenmal leer aus. Einzig das 6:2 gegen Wernesgrün unterbrach den Negativtrend. Seine Talfahrt konnte der VfL erst kurz vor der Winterpause beenden. Ausgerechnet gegen Irfersgrün (4:2) verschaffte sich das Team das Erfolgserlebnis.
VfB Lengenfeld (9./14/21:22/17): Daheim blieb der VfB in seiner bisher schwächsten Herbstserie im Oberhaus noch im Soll. Dafür brachte er in der Fremde überhaupt nichts auf die Reihe - nur mickrige vier Punkte. Aus dem Mittelmaß kam die Truppe von Mario Herzog nie heraus. Seine stärkste Vorstellung lieferte Lengenfeld überregional ab - beim erst in der Elfmeterlotterie verlorenen Bezirkspokalmatch gegen VfB Fortuna Chemnitz II (4:5).
FSV Ellefeld (10./12/16:25/16): Mit einem tollen Endspurt ließ der FSV das alte Kalenderjahr ausklingen: drei Siege am Stück sowie erstmaliger Einzug ins Pokalhalbfinale. Dabei gewann der Neuling gegen den führenden RFC II innerhalb von einer Woche sogar zweimal. Etwas Verzerrt stellt sich sein Tabellenbild infolge zweier ausgefallener Heimspiele (Coschütz/Eintracht) da. Gewinnt die Thoß-Elf dort, ist der Klassenerhalt frühzeitig sicher.
FC Grünbach (11./14/23:26/14): Grünbach blieb hinter seinen eigenen Erwartungen weit zurück. Die Dressel-Elf fuhr aus den ersten zehn Runden einen einzigen Sieg und zwei Remis ein. Doch dann drehte der FC kurzzeitig auf und fuhr auf Hochtouren. Nach drei Siegen und dem Erreichen des Pokalhalbfinales war die Welt zur Winterpause wieder einigermaßen in Ordnung.
Eintracht Auerbach (12./13/23:38/11): Verflixtes zweites Jahr? Eintracht stolperte mehr schlecht als recht durch die Herbstserie und fand sich schnell in der Gefahrenzone wieder. Auf den ersten Dreier mussten die Auerbacher sechs Spiele warten. Zu löchrig und anfällig erwies sich die Abwehr. Keiner kassierte mehr Gegentore - 38. Weil die Chemie nicht mehr stimmte, warf Trainer Matthias Eckstein das Handtuch und ging als sportlicher Leiter zurück nach Wernesgrün.
SpVgg Neumark (13./13/11:29/9). Nach dem sofortigen Wiederaufstieg wehte Neumark der Wind eiskalt ins Gesicht. Die ersten Punkte am 5. Spieltag hatten aber den Anstrich einer Sensation: 2:1 gegen den bis dato mit weißer Weste aufwartenden RFC II. Auf den nächsten Sieg (gegen Reumtengrün) musste die Biedermann-Elf vier Spiele lang warten. Ohne Durchschlagskraft präsentierte sich der Sturm: nur elf Treffer.
FC 08 Dorfstadt (14./14./12:31/8) Vor zwölf Monaten noch das Feld aufmischend (25 Punkte), fand der FC im dritten A-Liga-Jahr überhaupt nicht in die Spur. Zu bieder stellte sich das Team zu Hause (8 Spiele/
3 Punkte) an. Trainer Eberhard Mach ist nicht zu beneiden. Ein leichter Aufwärtstrend war gegen Ende zu spüren. In den letzten sechs Runden wurde nur zweimal verloren - aber auch nur einmal gewonnen. (klm)
333 Treffer fallen bis zur Winterpause
In den bisherigen 94 Spielen der Fußball-Kreisliga A gab es 333 Tore (3,54 im Schnitt). 28 Treffer fielen vom Elfmeterpunkt, sechs durch Verwechslung der Tore. Es wurden 8398 Zuschauer (im Schnitt 89) begrüßt. Die Zuschauerhochburgen stellen Lengenfeld (865) und Rodewisch (882). Die wenigsten Fans kamen zu den Heimspielen des FC Grünbach (330). Vier Partien fielen aus: Ellefeld gegen Eintracht Auerbach (Nachholtermin 20. Februar), Wernesgrün gegen Irfersgrün (21. Februar), Rodewisch gegen Neumark (21. Februar) und Ellefeld gegen Coschütz (13. Februar).
Irfersgrüner führt die Torjägerliste an
Die meisten Treffer markierte der Irfersgrüner Mirko Rosenkranz (14 Treffer). Zwei RFCer folgen ihm auf den Fersen: Falko Krötzsch (12) und Pierre Kirchner (11). Sebastian Rauh (Reumtengrün) brachte es auf elf erfolgreiche Torschüsse. 314 verschiedene Namen standen auf den Protokollen. Die meisten Spieler setzten der RFC II und Heinsdorf (jeweils 25) ein, die wenigsten der FSV Ellefeld (18).
Wernesgrün führt in Fairplay-Wertung
In der Fairplay-Wertung liegen die Wernesgrüner (zwölfmal Gelb, einmal Gelb-Rot und einmal Rot) klar vorn. Stets komplett ging nur der FC Grünbach (24-mal Gelb) vom Feld. Das Schlusslicht heißt Neumark:
40-mal Gelb, dreimal Gelb-Rot und einmal Rot. Insgesamt zückten die Referees 369-mal Gelb und je 14-mal Gelb-Rot und Rot. Elf Spieler, die immer spielten, blieben ohne Verwarnung: René Weidlich, Michal Siska (beide Wernesgrün), Andreas Pippig, Kai Täubert (beide Heinsdorfergrund), Sebastian Rauh (Reumtengrün), Sebastian Herrmann (Neumark), René Jürgens (Ellefeld), Robin Hochmuth, Ronny Mengel (beide Irfersgrün), Roberto Kleber und Robby Seidel (beide 1. FC Rodewisch). (klm)