Junge Truppe zeigt Biss
von Andreas WehnerHallenfußball-Kreismeisterschaft: Rodewisch siegt vor Kottengrün und Reichenbacher FC
Von Gerd Betka und Bernd Appel
Rodewisch.”So sehen Sieger aus!” und “Wir sind alles Rodewischer Jungs” hallte es gestern Abend durch die Göltzschtalhalle. Mit einem 3:2-Sieg in einem dramatischen Endspiel gegen Titelverteidiger SV Kotten-grün hat sich der 1. FC Rodewisch als Hallenfußballkreismeister den Pokal der “Freien Presse” gesichert und vertritt das Göltzschtal am 13. Februar bei der Bezirksbestenermittlung. In der 10. Meisterschaft ging der Titel zum dritten Mal nach Rodewisch.
“Wir sind einfach nur glücklich, mit so einer extrem jungen Truppe, in der alle Spieler aus dem eigenen Nachwuchs kommen, gewonnen zu haben”, bekannte der Rodewischer Trainer Sven Feustel. “Wir waren spielerisch vielleicht nicht das beste Team, aber der Zusammenhalt in der Mannschaft hat uns stark gemacht”, sagte er. Feustel hofft, dass der Hallentitel auch einen Schub in der Kreisliga A bringt. Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.
Im Finale hatte Rodewisch durch Stolpmann und den fliegenden Torwart Seidel 2:0 vorgelegt, ehe Ottiger das 2:1 markierte. Seidel stellte den alten Abstand wieder her, ehe Puchta erneut verkürzte. Fast hätte es noch ein Neunmeterschießen gegeben. Doch der Kottengrüner Villmann traf 35 Sekunden vor Schluss nur den Pfosten. “Wenn man im Endspiel steht, will man auch gewinnen. Das war ein Nervenspiel. Bei den vielen Chancen, die wir hatten, müssen wir eigentlich gewinnen. Aber der Rodewischer Torwart hat überragend gespielt”, meinte Kottengrüns Trainer Robby Zimmermann.
Im Spiel um Platz 3 schoss Kreisliga-A-Spitzenreiter Reichenbacher FC die als Top-Favorit in die Endrunde gestarteten Schreiersgrüner mit 3:0 ab. Aber bei den Bezirksklassenkickern war nach der 2:6-Halbfinalniederlage gegen Kottengrün die Luft raus. “Wir haben heute taktisch den besten Fußball gezeigt, das Halbfinale gegen Rodewisch unglücklich 0:1 verloren, aber dann das kleine Finale klar für uns entschieden. Ich bin mit unserem jungen Team zufrieden”, bekannte RFC-Trainer Uli Forner.
Übrigens: Mit Rodewisch, Reichenbach, Kottengrün und Schreiersgrün zogen exakt jene vier Vereine ins Halbfinale ein, die dort auch vor einem Jahr vertreten waren.
In den Gruppenspielen war echte Dramatik selten und am ehesten in der Partie Reichenbach gegen Lengenfeld (4:3) zu finden. Die Lengenfelder nutzten die Zweiminutenstrafe gegen Particke nicht konsequent, Reichenbach konnte das Blatt noch wenden. Rodewisch bot in Gruppe A von Anfang an eine starke Vorstellung. Übrigens sind die Rodewischer als einziges Team bisher bei jeder der zehn Endrunde dabei gewesen. Altmeister Wernesgrün knickte gegen Rodewisch (1:8) und Kottengrün (2:6) regelrecht ab. Dagegen schlug sich Außenseiter Rebesgrün passabel und erwies sich keineswegs nur als “Kanonenfutter”.
Mit dem fairen Turnier hatten die Schiedsrichter Sven Sonnemann, Axel Reinhold und Alexander Poller keine Probleme.